21 Januar 2015

Tagung im Verborgenen: am Langwieder See in München


Ja, Langwied ist ein Stadtteil von München. Und München nennt sich ja das "Millionen-Dorf" - in Langwied ist einem dann vollkommen klar, dass man sich hier in einem Bauerndorf wiederfindet. Viel Idylle, viel Natur, flaches Land. Wenig Großstadt. Ruhe kann man hier bekommen und davon satt. Besonders im Winter. Im Sommer sieht das schon ganz anders aus, da treibt es viel Menschen hinaus zu dem Stadtviertel am äußersten Rande von München, zu der Langwieder Seenplatte, denn neben dem Langwieder See gibt es hier gleich auch noch den Lußsee und den Birkensee. Und mitten drin, weit draußen vor dem Grossstadtrummel liegt das kleine Konferenzhotel Langwieder See, in dem es sich wirklich in Ruhe tagen lässt. 45 gemütliche Zimmer laden ein, sich hier einzunisten, das Restaurant liegt direkt am See mit herrlichem Blick aufs Wasser und die Lage des Biergarten direkt am Ufer lässt auch für den Sommer das Beste vermuten. Wer also ganz ohne Ablenkung mal Arbeiten will und den Kollegen auf keinen Fall ein Ausreißen erlauben will, ausser vielleicht das Bad im See, dem sei das nette Hotel/Cafe/Restaurant Langwieder See sehr empfohlen (und direkt an der Autobahn liegt es sowieso).

18 Januar 2015

Im Trend - ob Berlin oder Madrid: Markthallen

Jeden Donnerstag drängen die Berliner nach Kreuzberg. Um sich in der Markthalle Neun von
Marktstand zu Marktstand zu drängen. Denn dort übernehmen dann unterschiedliche Köche, Restaurantbesitzer, Caterer und Weinhändler die Marktstände und präsentiere ihre kreativen Speisen aus aller Welt. Bei dem Kommen und Gehen findet man trotz Gedränge irgendwie einen Spitzplatz und kommt schnell ins Gespräch mit den Tischnachbarn. Allein schon durch die Frage, an welchem Stand man denn diese oder jehne Köstlichkeit gefunden hätte, bringt einen ins Gespräch. Und natürlich die Bitte, doch auf den Sitzplatz aufzupassen, während man schnell noch zum Wild-Stand sprinten, um ein bisschen von dem Hirsch zu holen oder zum Fallaffel-Stand oder noch ein bisschen Nachschub an Wein holt. Um auf dem Rückweg dann noch ein Johannisbeer-Vanille-Eis mitzunehmen. Die Versuchungen sind groß und an jeder Ecke.

Genau so, allerdings etwas seriöser, sind die Markthallen De San Anton in Madrid. Auch hier kann man sich von Marktstand zu Marktstand treiben lassen, doch das Prinzip der Tappas, der kleinen Spezialitäten stammt ja aus Spanien, daher ist hier alles nicht so hip wie in Berlin, sondern solider. Die Auswahl ist deshalb nicht schlichter. Man muss einfach einsehen, dass man sich an einem Abend hier niemals durchprobieren kann. Die Spanier kommen hier zum Einkaufen her oder zur Einstimmung in den Abend. Sie gehen danach dann tatsächlich nochmals zum Essen ... zum richtigen Essen. Es ist mir ein Rätsel, warum die hier alle so dünn sind. Also, wer Fan von Markthallen ist: nach Berlin in die Markthalle Neun am Donnerstag oder jeden Tag nach Madrid zur Mercado De San Anton. Und in München sind wir gespannt, was sich als nächstes wohl in der Schrannenhalle tut. Ob Eataly das Versprechen der Markthallen einhalten wird?

Ok, es ist Quickservice, aber doch gemütlich: Hans im Glück

Ok, ok, es ist weder originell, noch besonders kreativ, wenn man sich im Hans im Glück kulinarisch umschaut. Schließlich gibt es dieses Quick-Service-Restaurant über 30 mal in Deutschland. Aber einmal sollt man dann doch vorbei schauen. Alleine schon, um mitreden zu können, ob diese Form von "Edel-Fastfood" Bestand haben wird. Und ganz ehrlich, es ist ja auch mal gut, dass es nicht nur die Vapianos sind, die sich mit so einem Konzept positiv durchsetzten. Wer also ein kleines Upscale von McD und Burger King haben will, der geht in den Burger-Grill "Hans im Glück". Hinein also in die Filiale am Königsplatz - was leicht übertrieben ist, denn die Luisenstrasse 14 ist schon ein bisserl weiter weg vom Königsplatz, aber die Orientierung stimmt schon. Hinein also in den Birkenwald, denn der gesamte Gastraum wird durch wilde Birkenstämme unterteilt und damit schon irgendwie nett und gemütlich strukturiert. Dann ran an die Speisekarte, auf der sich viele Varianten von Burgern finden - basierend auf zwei Semmelsorten: Sauerteig oder Vollkorn. Diese erste Entscheidung gibt einem das Gefühl, dass es sich hier um mehr als nur schnödes Fastfood handeln muss. Klingt irgendwie öko. Es handelt sich also um "gute" Burger, da braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben. Und schmecken tun sie auch noch. Und wem nicht, der hat auf dem Tisch jede Menge unterschiedlicher Saucen zur Verfügung ... also selber würzen, dann muss es ja schmecken. Die Bedienung übrigends: sehr zuvorkommend. Und schwups, ist man schon wieder draußen und hat ganz gut gegessen. Allerdings auch ganz gut Geld ausgegeben, ups!

14 Januar 2015

Pur, authentisch, urban: Urban Bakery in Sendling


Pur, authentisch, urban - so beschreibt sich die Urban Bakery selbst auf ihrer Webseite. Pur undurban stimmt auf jeden Fall. Authenthisch ... nun, das ist ein schwieriges Wort, denn wenn man "authentisch" mit "typisch" interpretiert, so ist die Urban Bakery ganz sicher nicht typisch für Sendling. Eher würde man so ein Cafe im Glockenbachviertel vermuten. Wenn man "authentisch" mit "original" übersetzt, so stimmt es auch nicht so ganz, denn die Urban Bakery ist eigentlich eine ganz schön große Bäkerei und beliefert so manchen schicken Laden in München. Aber was solls, hier kann man sich schön erholen, verschnaufen und wirklich gute Backteilchen wie Rosinenschnecke oder Croissant essen. Das Croissant schmecht sogar ausgezeichnet - dafür würde ich glatt vor dem Frühstück mal nach München rein fahren. Die Sendlinger sind zu beneiden. Übrigends: noch mehr Gastrotipps in Sendling gibt es bei Taste-of-Sendling - einfach mal hinclicken. Aber davor bei der Urban Bakery in der Urbanstrasse vorbeischauen.

Seit 1947 fahren alle vorbei: Cafe Schuntner

... doch einige finden den Weg rein ins Cafe Schuntner oben am Sendlinger Berg, wo Sendling am Originalsten ist. Denn hier oben fand sie schließlich statt, die sagenumwobene Sendlinger Mordweihnacht, als 1705 tausende von Oberländern versuchten, die österreichischen Besatzer aus München zu vertreiben. Leider ging der Plan schief. Die Stadttore blieben verschlossen und die Österreicher drängten die mutigen Bauern, die nur mit Dreschschlegel und Mistgabeln bewaffnet waren, nach Sendling zurück, wo sie über 1000 in einer Nacht töteten. Anschauen kann man sich das auf einem Gemälde an der Sendlinger Kirche, gleich gegenüber vom Cafe. Aber jetzt Schluss mit dem Geschichtsunterricht, schließlich gibt es den Schuntner an der Plingansterstrasse erst seit 1947 - was aber auch schon eine ganze Weile ist. In Sendling schwärmen zwar alle über den Stemmerhof, Münchens letzter Bauernhof, der heute ein Ökoladen (und mehr) ist, doch nur ein paar Schritte davon entfernt ist dieses wirklich nette kleine Cafe, mit ganz herrlichen Kuchen und Torten und einer wunderbar netten Bedienung, die durchweg baierisch spricht. Zu schade, dass man auf der Plingansterstrasse einfach gezwungen ist, erst einmal vorbei zu fahren. Denn leider liegt der Schuntner nicht sehr autofahrerfreundlich. Zu hecktisch geht es an dem Eck Lindwurmstrasse/Plinganser zu. Aber das Parkplatzsuchen lohnt sich oder aber der kleine Fußmarsch vom Harras.

Beim Wallner in der Großmarkthalle

Es ist eine Philosophie-Frage: Bauch oder Wallner. Bei der Frage, wer die besten Weißwürste macht,

sind sich die Münchner nicht einig. In der Großmarkthalle ist es jedoch klar, ist doch der Wallner der Wirt vor der Haus-und-Hof-Gaststätte. Die Tatsache, dass es ab 11.00 Uhr fast keinen Platz mehr gibt, spricht dann auch dafür. Würste sind die Spezialität vom Wallner, was man der Speisekarte deutlich anmerkt. Wo sonst in München findet man denn stolz abgebräunte Wollwürste auf der Karte? Ansonsten sind Maggi und Weißwurstsenf nah beeinander beim Wallner und das entspricht dann auch dem Publikum, das sich hier vorzugsweise schon am frühen Vormittag einfindet - eine spannende Mischung aus Gemüse- und Blumenhändlern, Münchner Originalen im Rentneralter und einigen Stammtischen, die es sich sicher nicht nehmenlassen, die Weißwurst beim Wallner zu zuzeln.

07 Januar 2015

Bei Tante Käthe auf dem Sofa: Cafe Käthe



Cafe Käthe in der Hoch-Au ist nicht nur ein Cafe, sondern auch eine Galerie. Man muss nur die Wände rund um gut ansehen und über die netten Antiquitäten und Bücherregale hinweg sehen. Gar nicht so einfach bei so einem kleinen Raum, der mittags dann auch noch voll ist. Voll mit Künstlern. Bei meinem Besuch nicht mit Malern, sondern mit Pianisten, Orchesterleitern und Violinisten ... Profimusiker, wo hin man blickt. Zumindest reden sie so an den Tischen reium. Man kann sich bei so einem angeregten Gespräch nur schwer auf die leckere Tomatensuppe konzentrieren, die von den netten Damen des Cafes, vielmehr der Gallerie, freundlichst serviert wird. Auch der Cafe ist ganz wunderbar. Und da die Atmosphäre also extrem kreativ ist, empfehle ich ausdrücklich einen Besuch.

Schick in der Au: Miss Lilly

Die Au in München ist nicht das Glockenbachviertel und auch nicht Haidhausen. Und doch hat dieses liebenswerte Viertel so einiges an Wohnkultur zu bieten. Am Au Mühlbach lebt es sich mindestens genauso gut wie am Glockenbach. Doch wenn es um die Gastronomie geht, da hat die Au nur wenige Perlen. Die sind dann aber umso bemerkenswerter. So ist es auch mit Miss Lilly´s. Morgends ein Cafe, mittags ein Bistro, Abends ein hervorragendes Dinner-Restaurant und bis 1 Uhr nachts eine Bar.

Wer morgends schon reinschauen will, muss sich allerdings durch eine ganze Armanda an Kinderwagen durchschieben. Aber das wunderbare Frühstück und die Zeitungen gratis sind es wert. Alles positiv, mit einer Ausnahme: die Brezen sind im Ofen aufgebacken und gehen leider gar nicht.