04 März 2015

Veganes Wiener Schnitzel: im Max Pett in München

Ein veganes Wiener Schnitzel? Also tatsächlich ohne Schwein oder Kälbchen? Ja, das gibt es und es schmeckt gar nicht mal schlecht. Es ist aus Soja. Ok, ich hab nicht nachgefragt, ob gentechnisch frei ... aber das nehme ich mal an, denn das Team vom Max Pett nimmt es sehr genau. In dem veganen Restaurant in der Pettenkoferstrasse gibt es selbstverständlich keinerlei tierische Produkte, ein Biosackerl für´s Take away und ausschließlich alkoholfreie Getränke. Für Bier kann man sich das ja auch vorstellen, aber für Wein? Im Max Pett gibt es auch alkoholfreien Rot- und Weisswein. Doch vorsicht, der Riesling zum Beispiel ist gewöhnungsbedürftig. Der erste Schluck scheckt eher nach einem vergorenen Traubensaft. Aber mit dem zweiten Schluck wird es dann besser und man gewöhnt sich dran.
Keine Eingewöhnung braucht man beim Schnitzel. Es schmeckt köstlich und auch der Kartoffel-Gurkensalat dazu ist ganz wunderbar gemacht. Und was soll ich sagen, das Goulasch, das meine Nachbarin auf dem Teller hatte, sah auch sehr appetitlich aus. Der Chemiker Max Pettenkofer, der 1847 als Professor an die Ludwig-Maximilians-Universität berufen wurde, und dem die Münchner eine sauber Trinkwasserversorgung zu verdanken haben, wäre sicher interessiert gewesen - nach ihm ist das Max Pett benannt.
Wer hier mal ein Schnitzel probieren will, sollte jedoch unbedingt reservieren, Vegan ist in.

16 Februar 2015

Das Paradox an der Wasserburger Landstrasse - was soll man sagen

 Ein winzig kleiner Gastraum, eine Steh-Bar, ein paar Tische und Stühle und in der Luft der Duft von kaltem Rauch und Bierdunst von gestern abend. Im "Cafe" Paradox an der Wasserburger Landstrasse geht es wohl eher abends hoch her. Doch wenn man vormittags vorbei schaut, wird man sehr zuvorkommend bedient und die Wirtin gibt einem sehr gerne die druckfrische tz oder gar den Münchner Merkur zum lesen ab. Zu hoffen ist, dass am Abend eine Runde an Stammgästen das Paradox bevölkert und richtig dick abfeiert.

Pralienen an der Wasserburger Landstrasse: Seidl´s Cafe

Ein Cafe in Waldtrudering. Das klingt romantischer als es ist, denn das Seidl´s Cafe liegt an der Wasserburger Landstrasse und dementsprechend tobt auch der Verkehr vor der Haustür des Cafes. Innen drin gibt es eine interessante Mischung - das Cafe dominiert ein Aquarium mit Korallenriff und exotischen Fischen, umrahmt mit alten Kaffeemühlen und Backpfannen. Die Butterbreze ist nicht aussergewöhnlich, der Cappuchino ist ok, aber die Kuchen und vor allem die Prallienen sehen fantastisch aus.

15 Februar 2015

Der Valentin hätt seine Freud: Turmstüberl im Valentins Musäum

Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es für wahre Münchner einen Pflichtterming: das Turmstüberl im Valentin Musäums. Dort treffen sich einige Volksmusikanten und ihre Fans - das Durschnschnittsalter liegt bei 70 und der Zitterspieler wird dieses Jahr 90. Doch sie sind alle textsicher, wenn es um die alten Münchner Lieder geht, wie das Isarmärchen, und sie alle kommen, um immer wieder dieses Lieder zu singen und mitzusingen. Aber auch, um den Gstanzeln und Bankelsängern zuzuhören, die das aktuelle politische und kulturelle Zeit-Geschehen auf die Schippe nehmen, denn die alten Herrschaften haben einen bissig, humorvollen Blick auf alles, was unterhalb der drei Stockwerke des Turmstüberls, draussen in der Welt zu passiert. Und dann aber singen sie wieder die Münchner Lieder, die die Schönheit und Gemütlichkeit der schönsten Stadt der Welt beschreiben. Im Turmstüberln, das mit seiner Kuriositätensammlung ringsum an den Wänden und Fensterbrettern bestens zum Thema passt, rückt man zusammen, trinkt einen Kaffee, isst Weißwürste oder eine Torte, ganz egal, denn hier oben ist die Münchner Welt einfach noch zu Ende. Zumindest, solange noch die letzten Vertreter dieser Generation, die sich noch an München in Trümmern erinnern kann, es die Stufen nach oben schafft. Hoffentlich noch recht lange.

Man kommt wegen der Ente: Weißsachalm in Rottach-Egern

Wer in Rottach-Egern in ein Lokal einkehrt, der sollte eigentlich wissen, auf was er sich einlässt. Die Stadt platzt einfach vor zu viel Geld und Geldadel und dieses Millieu macht natürlich vor der Gastronomie - und selbst vor einer Alm, mitten im Wald - nicht Halt. Wer also mit dreckigen, klobigen Schuhen und billiger Wanderklamotte vom C&A den Gastraum der Weißachalm betritt, weil er oder sie gerade an der Weißach entlang gewandert ist, der zieht schon mal alle Blicke auf sich. Und nicht nur wohlwollende Blicke. Denn an den Tischen sitzen gut situierte Damen, zu erkennen an auftoupierten Haaren im "Ausgehdirndel" oder Trachtenkostüm, zusammen mit ihren seriösen Ehemännern, alle im Trachtenanzug, dass man meinen Könnte, alle Jäger des Tegernseer-Tals hätten heute hier ihr Jahrestreffen. Aber am Dialekt oder gar fehlenden Dialekt erkannt man dann, dass es sich um Einwohner oder besser gesagt "Teilzeit-Einwohner" von Rottach-Egern handelt: Großunternehmer und Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführer mittelständischer Familienbetriebe, Weltmarktführer und Chefs sogenannter Hidden Champions und die Porsche Cayennes und VW  Touaregs am Parkplatz vor der Tür haben sie hergebracht. Nix Wanderer und nix Alm für Wanderer. Die Bedienung ist auch dem entsprechend kurz angebunden zu uns, denn sie erwartet 1. dass wir ihr die Gaststube schmutzig machen, sie weiss 2. dass wir nicht reserviert haben und ihr ist 3. auch klar, dass wir keine ganze Ente samt fetten Trinkgeld bestellen und da lassen werden. Der kleine Kaffee, den wir bestellen, ist nicht der Rede wert, der Apfelstrudel auch nicht. Und schon sind wir wieder weg. Wir wollen die gehobene Gesellschaft ja nicht stören.

Die Engel sind in Schliersee zu Hause

Die Herren von Waldeck wohnen hier bereits seit dem 17. Jahrhundert. Daher sind die Stuben und vor allem deren Stuckdecken im Hofhaus am See - gemeint ist der Schliersee - auch denkmalgeschützt. Heute betreibt die Familie Wagner dieses Traditionsgasthaus, das besonders in seiner Engelsstube traditionell ist. Und hier kann man auch kulinarisch traditionell hervorragend einkehren. Die Speisekarte ist umfangreich und bietet alles, was ein gutes baierisches Wirtshaus auf der Karte haben sollte. Und mit gutem Gewissen kann man alles auch probieren. Besonders im Winter, denn da herrscht rund um den See wunderbare Ruhe, wenige Tagestouristen laufen um den See und in der Gaststube sind nur wenige Tische besetzt. Ausreichend Zeit für die Küche, sich mit den Gerichten Zeit zu lassen und sich zu bemühen. Im Sommer wirds ein bisschen hektischer, besonders wegen des Biergartens - fast am See. Aber auch dann ist das Hofhaus eine gute Adresse an einem der schönsten Seen, den Bayern zu bieten hat.

Ich geb´s zu: die besten Burger in München

Man versteht sein eigenes Wort nicht und brüllt dem Tischnachbarn ungeniert ins Ohr. Man zwengt sich in die winzige Bank oder klammert sich verzweifelt an den letzten Barhocker an der Bar, den allerletzten Platz, den man gerade noch ergattern konnte. Und das um 18.30 Uhr ... zu einer Zeit, in der man in anderen Länden allein am Lokal sitzen würde. Ohnehin hat man sich auf der Strasse draußen total blöde angestellt und den Laden einfach nicht gefunden. Zu unscheinbar ist das Lokalschild und die Adresse auch noch irgendwie falsch, denn die Bar ist ums Eck und einfach nicht da, wo man sie erwaret. Drinnen, im Raum sind dann alle Gäste unglaublich cool, ausser man selbst und man kommt sich irgenwie zu alt für den Laden vor. Doch so lange der DJ noch älter ist, redet man sich ein, dass man eine Berechtigung hat, hier rein zu gehen. Der Soundteppich ist ohrenbetäubend und auf die Bestellung wartete man jetzt schon über 50 Minuten. Warum zur Hölle, tut man sich das an? Weil es hier die besten Burger Münchens gibt. Im Erst.Ohne Widerrede. Im MC Müller.


Osteria? Mehr als kleine Speisen in Ebersberg

Ebersberg hat nicht nur eine Trattoria, sondern nun auch eine Osteria. Wo ist der Unterschied? Nun in einer Osteria bekommt man laut Wikipedia und auch der Auskunft befreundeter Italiener Wein und "kleine Speisen". Eine Trattoria ist dagegen schon eine gehobenere Klasse, nämlich ein kleines "Speiselokal". Und wer es noch gehobener haben will, der fährt nach Grafing ins "Il Ristorante". Aber zurück nach Ebersberg, in die Osteria. Von "klein" kann schon mal keine Rede sein, denn schließlich ist die Osteria im ehemaligen "Wirtshaus zum Tor" im Klosterbauhof untergekommen (ok, wahrscheinlich hieß die Wirtschaft nicht so, und auch der Klosterbauhof heißt nicht mehr so, aber Einheimischen dürfte klar sein, wo ich meine). Der Gastraum ist also riesig, besonders durch sein hohes Deckengewölbe. Dieses gibt dem Raum einen ganz besonderen Charme und Atmosphäre - und auch wenn alle Tische besetzt sind, und das sind sie in der Osteria, ... ohne Reserviertung läuft hier fast gar nix, ... hat man trotzdem nicht das Gefühl von dichtem Gedränge. Und von "kleinen Speisen" wollen wir auch nicht reden, denn die Speisekarte ist zwar kleiner als beim "gewöhnlichen" Italiener, aber allein schon die lange Liste an Pizzen ist beeindruckend. Mindestens so beeindruckend wie die gigantischen Pizza-Schachtel-Stapel rund um den Pizza-Ofen. Es ist also klar, warum die meisten hierher kommen. Eigentlich aber fast schade, dass so viele Pizza nehmen und daher auf das ein oder andere Highlight der Tageskarte wie zum Beispiel eine herrliche Dorade in Kräutermantel verzichten. Wer also in die Osteria geht, sollte sich einen Ruck geben, mal nicht Pizza nehmen, sondern statt dessen auf die Kunst des Kochs vertrauen und die Gerichte von der Tageskarte einfach mal ausprobieren.