Biergärten in Grafing und Venedig

Ich war das Wochenende in Venedig - und speiste dort in einem wunderbaren Biergarten. (Ok ok, das ist umwelttechnisch total furchtbar, ich weiß ... aber bei den billigen Flugpreisen kann man halt einfach nicht wiederstehen). Also eigentlich war es ja auch eine Gartenwirtschaft. Traumhaft - abseits aller Touristenströme - denn eigentlich ist es ein wenig Wahnsinn im August nach Venedig zu fliegen. Aber wer sich die Mühe macht, das Schiff nach Vignole, der Gemüseinsel, zu besteigen, der soll dort unbedingt in die wunderbare Trattoria "Alle Vignole" in mitten von Gemüsefeldern und mit Blick auf Venedig gehen. An einfachen Holztischen bei Selbstbedienung gibt es herrlichen roten Landwein und den besten Fisch vom Grill. Auch eine Art Biergarten. Essen selbstmitbringen ist allerdings wohl nicht erlaubt, vielleicht käme es allerdings auf einen Versuch an. Denn das ist ja eigentlich die strenge Definition eines Biergartens. Und davon gibt´s dann im Landkreis wohl nur einen: Hubertus im Ebersberger Forst. Meines Wissens nach ist das der einzige wahre Biergarten im ganzen Landkreis. Alles andere sind Gartenwirtschaften, werden also fälschlicherweise Biergarten genannt. Gut hier auf dem Land braucht man ja eigenlich keinen Bierkeller, der mit Bäumen überwuchert wird, damit das Bier kühl bleibt. Obwohl das sicher auch die Daseinsberechtigung für den Heckerkeller ist (ein wunderbarer Garten! mit leider zu unrecht verstaubtem Image). Die Stars unter den sog. Biergärten im Landkreis haben also mit dem eigentlichen Münchner Biergarten gar nix gemeinsam, auch wenn man dort eine Maß Bier bekommt. Wer sind die Stars: Falkenberg natürlich, Sauschütt im Forst und das Kinderparadis Hubertus (auch im Forst und leider viel zu früh am Abend im Schatten; als schwer arbeitender Mensch braucht man da unter der Woche gar nicht hin fahren, denn Sonne kriegt man da keine mehr ab). Warnen kann ich nur vom Schickimicki-Biergarten in Hermannsdorf. Nicht nur wegen dem Publikum, sondern auch wegen dem total unfähigen und überforderten Personal. Die kriegen es fertig, Schweinswürstel in der Plastikverpackung auf den Grill zu werfen und eine Russenmaß mit Hellem zu mischen. Aber da ihnen der totale Durchblick fehlt, hab ich hier beim Jazz-Frühstück auch schon mal mein komplettes Essen, samt Tischdecke und Blumendeko dabei gehabt - ist keinem aufgefallen und hat auch niemanden gestört. Dann macht selbst dieser Biergarten spaß. Aber irgendwie gehört der Biergarten halt doch in die große Stadt und passt so gar nicht aufs Land. Dann lieber eine gepflegte Trattoria in Venedig.

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