Essen in New York - wie aufregend




Einreisen über Newark kann ich sehr empfehlen. Die Zollbeamten sind entspannter - zumindest im Vergleich zu Miami und Atlanta. Die wachenden Augen, ob man sich auch ja richtig anstellt und hinter der (uuuuh) gelben Linie bleibt, sind aber etwas abgelenkt, denn es ist 19.00 Uhr und gleich wird bekannt gegeben, wie die Vorwahlen in South Carolina ausgegangen sind. Obama gewinnt und die Schlange der Einreisewilligen kann etwas vorrücken.

Man ist noch nicht drin im Land, da wird man schon brutal mit der amerikanischen Realität konfrontiert. Vor mir läßt sich ein Deutscher die Fingerabdrücke nehmen und fotographieren. Auf die Frage, warum er nach USA kommt, sagt er stolz: " For business." Fragt der Zollbeamte zurück: "What company you with?" Sagt der Deutsch noch selbstbewusster: "Siemens". "Is this a Shipping Company?" kommt es zurück. Und unser kleiner Siemensianer ergänzt mit etwas beleidigtem Unterton: "No. Its like GE." Wobei ich nicht sagen kann, ob ihm bei diesem Vergleich die Branche oder die Größenordnung wichtiger war.

Ja und dann bin ich drin, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich ging glatt durch, denn Public Relations ist hier ein angesehener Beruf und der Hinweis, dass ich Headquarters besuche tat sein übriges. Schwinge mich dann gleich ins Taxi und reiß beim Tür-schließen gleich mal die halbe Elektonik aus der Verkleidung. Der Türgriff besteht eigentlich auch nur aus 20 Schichten Klebeband, aber amerikanische Autos sind halt so gebaut, dass man mit etwas Kreativität und Improvisation selber ...

Das W New York Union Square sieht großartig aus. Nur zu genau darf man nicht hingucken. Denn da bröckelt es leicht, Stühle sind schon abgewetzt und so halt. Der Vergleich mit deutschen Hotels ist vielleicht auch fehl am Platz, denn die Hotels in Berlin z.B. sind ja alle ziemlich neu. Ein nettes Dejavu hab ich gleich am Empfang. Vor 10 Jahren war ich schon mal hier (in NY und im W) und entdeckte damals den "Weizengras-Trend", der leider nie in Deutschland ankam. Und was sehe ich wächst an der Rezeption zwischen den Countern: Weizengras! In NY ist das also zum Megatrend geworden, weil ja länger als 10 Jahre anhaltend.

Um nicht ganz einsam ins Bett zu gehen, verabrede ich mich mit meinen englischen Kollegen zum "Jet lag dinner", will heissen, dass es für uns jetzt 3 Uhr nachts ist, die amerikanische aber erst 21.00 Uhr zeigt. Also kämpfen. Empfehlen kann ich das Balthazar in der Spring Street zwischen Broadway und Cable (ja so beschreibt man hier eine Adresse). Ein wahnsinnig betriebsamer Laden - aber das ist in NY überall. Ohne Reservierung geht hier nix. Und Richard hatte die Reservierungsnr. 830! Abartig oder? Aber der Ziegenkäse war gut - wesentlich besser als der Lufthansa-Fraß. Leider muss ich das so drastisch sagen. Zum Abendsnack wurde mir doch glatt entweder eine lauwarme TK Pizza (Marke Bistro oder so) angeboten oder Hotdog mit Weißwurst - iiiiiii - die nennen das Bavarian Hot Sausage Snack. Ist das nicht die Hölle? So sieht es dann auch aus. Fortsetzung folgt ...

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