Essen und Schlafen in Berlin

Wer mal aus dem Hotelschick in Glas und Puristisch aussteigen will, der sollte im Honigmond Stop machen. Im Sommer ist sicher das Honigmond-Garten noch gemütlicher, aber das normale Honigmond ist auch schon kuschlig, gemütlich, familiär mit einer guten Mischung aus Antiken und modernem Möbiliar. Mal was anderes. Der Preis fürs DZ um die 120 Euro ist allerdings stolz wenn man eines der sehr kleinen Zimmer erwischt. Zimmer 6 hat eine gute Größe, aber die nachträglich eingebaute Dusche in dem drei-meter hohen Altbauraum kommt ein bisserl studentisch daher. Das Restaurant wurde gerade umgebaut, scheint aber auch mal eine gute Adresse zu werden für einen typischen Berliner Abend mit gutem Essen, angenehmen Ambiente zwischen Kronleuchtern und Ledersesseln vom Flohmarkt. Undenkbar in München.

Ungewöhnlich war auch das Publikum im angesagtesten Restaurant Berlins, dem "Grill Royal". Nix Schickimicki, wie das in München wäre, sondern gediegen, querbeet vom Alter und Beruf...keiner mit lautem, inszeniertem Auftritt. Was ich in einem so stylischen Umfeld - typisch München - erwartet hätte. Die zum Teil witzige Kunst steht bescheiden in den Ecken rum, fast erschlagen von den dicken Polsterstühlen und Sitzbänken. Die Speisekarte unspektakulär mit Konzentration auf Fleisch, wie sich das für einen "Grill" gehört. Der totale Einblick in die Küche (hinter Glas, daher keine Gerüche) ist super. Taschenrechner kann helfen, denn das Fleisch, die Soßen, die Beilagen kosten extra. Ich fands gut, derjenige, der mit mir zusammen essen war, hatte am nächste Tag Magenprobleme, aber auch an den späten Bieren in der Kneipe (Schiffbauer) gelegen haben kann.

Frühstücke habe ich in Berlin nur in Form von Brunch eingenommen. Dies ist in der Hauptstadt äußerst beliebt. Allerdings erscheint der Berliner i.R. erst gegen 11.30 Uhr. 9.00 oder 10.00 Uhr sind wohl unmenschliche Zeiten - sorry an die Freunde, die ich dazu gezwungen habe. Tatsächlich um 9.00 Uhr kann man schon im Cafe Eckstein ans Buffet - sagenhaft für 7.50 Euro. Der Münchner glaubt an einen Druckfehler in der Speisekarte, aber es ist wirklich so günstig und ... hervorragend!

Etwas teurer, nicht ganz so üppig, aber dafür spanisch,mit Austern und Weingrütze kann man den Brunch für 12,50 Euro im Lafil, am Kollwitzplatz haben. Das genialste sind dort die Kaffeespezialitäten zum Beispiel Fal irgendwas blanca, das ist Espresso mit Milchschaum und weißer Schokolade.
Abendessen sollte auch nicht fehlen in Berlin. Wie wäre es mit Afrikanisch im Massai. Das gibt es gleich zweimal: am Prenzlauer Berg und in Schönefeld. Beides ist die Restaurantversion vom Musical König der Löwen mit authentischem Essen. Unbedingt Fufu, das ist afrikanischer Griesbrei und Versus-Wein probieren.
Und zum Schluss noch ein kulinarisches Mitbringsel: Marmelade vom Markt am Kollwitzplatz. Apfel/Basilikum ist ein Gedicht. Und dann muit x-Kilo mehr an Gewicht im Koffer und auf den Rippen weiter nach Hamburg gefahren.

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