Essen in Berlin


Berlin entwickelt sich so genial in Sachen Gastronomie! Und man kann allein an einer Strassenkreuzung mehrere Tage verbringen und sich Durchessen. Friedrichsstrasse - Am Weidendamm ist so ein Eck. Neben dem Grill Royal, gibt es da auch das Brecht und das San Nicci. In letzterem gibt es ein hervorragendes Huhn - mit Mango und auch das Tiramisu ist wunderbar. Wer Glück hat, der findet jemanden, der ihn ins Tausend schleust. Dieser coole Nightclub liegt ebenfalls an dieser Ecke, ist aber aufgrund seiner dezenten Silbertüre unter dem S-Bahn-Gleis nicht zu erkennen. Innen gibt sich das Berlinale-Publikum im kleinen Schwarzen und Paillette, die Herren etwas älter als die blonde Begleitung und lässiger in Jeans. Der Champagner kommt von Bollinger ab 80 Euro die Flasche, die Musik von einer Crossover Jazzband.
Für das Touri-Berlin seien auf jeden Fall die Hackesche Höfe erwähnt, wo man im Hackeschen Hof gleich ganz vorne in Hof 1 immer ein Pils trinken und sich aufwärmen kann.
Ausgefallener - und sogar den Berlinern unbekannt ist dagegen das Diwan. Diese Neuentdeckung ist ein 1000prozentiges Biorestaurant mit beser Küche und der Athmosphäre eines kleinen französischen Restaurant, aber halt a bisserl berlinerisch. Zum Reinlegen sind die Orangen-Ingwer-Suppe und die Maronenravioli.
Wem nachts als Absacker nichts einfällt, der liegt mit der Newton Bar am Gendarmenplatz nie falsch. Einzige Bedingung: man sollte schon gut über 40 sein und eher konservativ. Zu szenig würde das Publikum verwirren. Den Aperol sauer beherrschen die.

Wer schon etwas früher am Gendarmenplatz ist, und Schnitzelfan, der muss unbedingt zu Lutter&Wegener. Die Österreicher, die uns auch in München und Bad Gastein begegnen, beherrschen die Wiener Küche und dazu gehören selbstverständlich handteller grosse, papierdünne Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat.
Wer Kaffee sucht in Berlin, der wird überall fündig. Berlin ist sicher der am härtesten umkämpfte Gastro-Markt Deutschlands - und das gilt ganz besonders für Coffee Shops. Starbucks sicher sich einen Prestigestandort nach dem anderen - vom Brandenburger Tor über die Friedrichsstrasse und den Kudam, doch die deutsche Variante von Unternehmerin des Jahres 2007, Frau Kuhlmann, Balzac bietet wo es geht die Stirn.
Spannender als die "Ketten" sind die berliner Alternativen - im wahrsten Sinne des Wortes. Viele davon am Prenzlauerberg. Ob ein Kaffee am kleinen Kollwitzmarkt zusammen mit dem "Obergrünen" Jürgen Trittin, oder zusammen mit einem grossartigen Frühstücksbuffet im 1900 (wo ich auch den Mangokdstrudel sehr empfehlen kann). Hohen Promifaktor verspricht auch die Institution des Einstein unter den Linden, wo man sogar mitten am Sonntag unter den vielen Touris am Tisch neben Cornny Froebes einen der besten Kaffees der Stadt trinken kann.
Ach und zum Schluss noch ein Tip: St. Oberholz in der Torstr. 72 ist wichtig. Allerdings darf man hier nur mit Laptop aufkreuzen (siehe Bild oben), denn wirklich jeder arbeitet hier am Kaffeetisch. Der Berliner nennt diese Ich-AGs "urbane Penner".

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