Essen am Gardasee

Wenn man über den Brenner fährt, atmet man ja sofort "italienische Luft". Obwohl es eigentlich ja nur nach LKWs stinkt. Egal. Man hat es geschafft und ist unterwegs in das Land der Zitronen und Pasta und soweiter. Großartig. Trotz Berlusconi, trotz Fussball-Hooligans, trotz Ausländerfeindlichkeit, trotz Miesmache durch die Presse (derzeit kann man ja überall lesen, wie schlecht das Image Italiens ist), trotzdem macht man sich auf den Weg in den Süden und erfüllt damit das klassische Bild des Münchners, das Gerhald Polt so wunderbar beschrieben hat "in 2,5 Stunden am Gardasee". Der See ist ja auch ein Klische an sich und vor der Abfahrt in Grafing denke ich noch "Total überschätzt". Und doch haut einen der erste Blick nach der Autobahnabfahrt in Rovereto jedesmal um (gut dass man angeschnallt im Auto sitzt). Der See hat eine wunderbare Aura, trotz einer Million Deutscher, die hier alle irgendwie sportlich tun. Laufen, mountainbike, surfen, segelen ... mein Gott, können die Leute nicht mal am Wochenende Ruhe geben.
Ein hervorragend gewähltes Geburtstagsgeschenk für eine Freundin brachte uns nach Malcesine, ein hübscher Ort, durch den ausnahmsweise keine Küstenstraße durchführt und der damit etwas ruhiger sein könnte. Leider als Touri-Hochburg schon seit Goethes Italienreise bekannt (nette kleine Ausstellung in der Burg mitten in Malcesine), ist es natürlich nicht ruhig. Und wenn man denkt, jeder Italiener kann gut kochen und es ist ganz egal, wo wir rein gehen. Ups... total daneben. Leider war der Ausflug kulinarisch grenzwertig. Doch am letzten Tag fanden wir doch noch was Gutes, das einen Tip wert ist: Enoteca VDOC, in der via Dosso 3. Bitte verlangt nicht von mir, dass ich beschreibe, wo das ist, denn die Gäschen von Malceine sind einfach zu klein und verwinkelt, dass man irgend eine Richtung angeben könnte. Aber das Suchen wird sich auf jeden Fall lohnen, wenn ihr mal wieder in 2,5 Stunden zum Gardasee braust.

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