Nie wieder Bayerisch essen

Ich hatte schon eine Vorahnung, als ich mich weigern wollte, mit amerikanischen Gästen "typisch bayrische" essen zu gehen. Und dass ich mich in der Adresse geirrt hatte, war dann noch das I-Tüpfelchen. Auf jeden Fall kann ich heute eine klare Warnung aussprechen: vor dem Franziskaner in der Residenzstraße - schräg gegenüber von der Oper/neben dem Starbucks. Die Nähe zum Standard-Ami-Kaffee-Shop hätte schon Warnung genug sein sollen. Aber eigentlich kann ein Wirtshaus ja nix dafür, wenn sich die internationale Konkurrenz daneben setzt. 
Trotzdem: um Gottes Willen bloss nicht "zum Franziskaner", denn zünftig ist da gar nix. Schon gar nicht die über 60jährigen Ober, die sich zwar bemühen, aber den Eindruck eines Altersheimes deutlich unterstreichen. Sobald der Hauptgang kommt, weiß man dann endgültig, dass man im Seniorenheim ist, denn die "knusprige", sprich spindeltrockene Ente wird serviert unter einer 20 Jahre alten Plastik-Tupper-Haube, die schon etwas angegilbt ist und wohl dafür sorgen soll, dass die zwei Gummi-Kartoffelknödel von Pfanni nicht kalt werden. 
Leider hatte ich von dem "Gourmetvergnügen" noch bis zum nächsten Tag was - der Schnaps darauf half nicht, die Fettportion zu tilgen.

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