Seit 900 Jahren: Fisch am Ossiacher See


Einen Amerikaner würde es schlichtweg die Stimme verschlagen: kann ein Restaurant so alt sein? Nun, sicher ist die Stiftschmiede am Ossiacher See in Kärtnen nicht seit 900 Jahren ein Fischrestaurant der gehobenen Klasse. Aber das Gebäude steht schon so lange - und man kann sehr gut verstehen, warum sich die Benediktiner an diesem wunderbaren Ort ein Stift gebaut haben. Und die große Schmiede direkt nebenan gibt doch Zeugnis davon, wie groß hier mal der Durchgangsverkehr war. Heute kann man hier - direkt am Seeufer - frischen Fisch essen, präsentiert in den altehrwürdigen und uhrigen Räumlichkeiten der Schmiede oder im angrenzenden wunderbaren Garten. Natürlich muss es eine Renke sein. Und diese kommt dann auch ohne großes Tamtam, gut gegrillt und etwas Gemüse daher. Man kann sich also ganz und voll auf den Fisch konzentrieren. Das muss man auch, denn leider scheint auch der Service dem Alter des Anwesens angepasst. Es wuseln zwar viele, wie in Österreich üblich, beflissentliche Ober im Garten rum, aber irgendwie gelingt es ihnen konstant, Blickkontakt zu vermeiden und so ist man doch eine ganze Weile allein mit seinem Essen, kann weder Wein nachbestellen, noch zum Kaffee übergehen. Also bitte Geduld mitbringen. Zum Ausgleich sitzt man aber mit einem illustren  Völkchen im Garten - von österreichischem Landadel bis zu neureichen Düsseldorfern. Alles vertreten und somit ist für Unterhaltung gesorgt.

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