Essen in Grafing - Die B-Klasse: La Vita e`bella

Endlich, endlich wollen wir die Reihe der "immer ewig gleichen" Restaurants, die wir in Grafing besuchen, mal durchbrechen. Mutig. Unerschrocken. Auch mal in die "B-Klasse" gehen. Dabei soll "B-Klasse" keineswegs negativ klingen. Zum einen steckt das Wort "Klasse" darin und zum anderen trifft die sog. "Zweite Reihe" ja auch  nur für unser eigenes Mindset zu. Wir haben uns fest vorgenommen, von nun an auch einmal in Restaurants und Gaststätten zu gehen, die uns nicht sofort und obligatorisch einfallen. Denn das ist doch langweilig. Und inständig hoffen wir natürlich, dass wir den einen oder anderen unterschätzten Geheimtipp entdecken.
Also starten wir: mit einem Restaurant, in dem wir seit mindestens 15 Jahren nicht mehr drin waren und das wir doch in unserer Jugend so oft besucht haben: das Lo Smeraldo ... das jetzt La Vita e´bella heißt (... warum müssen sich die Italiener denn eigentlich immer umbenennen?). Und oh Freude! Die Zeit ist stehen geblieben. Nichts hat sich an der aufwändigen rötlichen Holztäfelung im ganzen Restaurant verändert. Immer noch gibt es rosarote Papierservietten, die wie noch vor 15 Jahren artig in kleinen Dreiecken stehend auf ihre Gäste warten. Wie immer wendet mal sich selbstverständlich nach dem Eingang nicht nach rechts richtung Bar. Denn dieser Bereich ist den Stammgästen vorbehalten. Sondern man geht bzw. wird nach links gebeten - in den verschachtelten Gästebereich, in dem fast jeder Tisch eine eigene kleine diskrete Nische hat. Um 18.45 Uhr an einem Samstagabend sind wir die ersten Gäste. Aber es ist kein Grund zur Sorge, denn um 20.00 Uhr ist das Lokal ziemlich voll. Das einzige, was uns verwundert: wir sind zu jung. Der durchschnittliche Gast im La Vita e´bella (Name ist Programm) ist wohl 10 bis 20 Jahre älter. Und bevor ich zum Essen komme, will ich nochmals ausdrücklich hervorheben, wie zuvorkommend freundlich die Bedienung ist. Wenn ein italienischer Ober eine bayerische Frau wäre, so würde er aussehen und so würde er bzw. sie auch bedienen. Wunderbar. Weniger wunderbar allerdings das Essen.  Ich könnte mich jetzt kurz halten und einfach erwähnen, dass wir noch zwei Stunden später einen Schnaps brauchten. Aber das wäre dann auch ein bischen zu kurz. Der Scarmoza wurde uns zum Verhängnis. Jeder im Lokal musste einmal nachfragen, was genau das denn ist: geräucherter Büffelmozzarella. Und als Vorspeise bestellt - kombiniert mit einer Ofen-Pizza war dies einfach zu viel des Guten. Die Vorspeise war wunderhübsch angerichtet, aber erinnerte dann leider doch an den fertig gebackenen Camembert und der Teig der Pizza war schön knusprig, aber der Belag denn leider doch zu beliebig. Lieber nicht nochmals. Überraschend gab es zum Abschluss dann ein Stamperl "Erdbeer-Margarita" ... zucker süß und so will ich das La Vita e´bella in Erinnerung halten. Und ganz sicher schauen wir in 15 Jahren wieder rein. Dann passt es auch mit dem Alter.

September 2013: Italienisch war ein Mal. Heute ist das Losmerada oder Vita e´bella ein Inder.

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