Frau Li kocht jetzt auf der Schwanthalerhöhe

Gentrifizierung hat ja auch was Gutes. Für diejenigen, die es sich leisten können. Da machen neuen Läden auf und Restaurants, die die alte Kultur des Viertels zwar verdrängen, die weniger authentisch sind, aber zugegeben witzig und unterhaltsam. So ist auch Frau Li jetzt eingezogen. Und schon brummt der Laden und ist voll von Werbern und Beratern. Und das alles nur, weil man an die Wände ein paar Sammelstücke aus den 50ern vom Flohmarkt gehängt hat? Das alles nur, weil keine Lampe wie die die andere aussieht und alle Lampen älter sind als die Gäste, die darunter sitzen? Das alles nur, weil die Wände zugetäfelt sind mit unterschiedlichen Schrankwand-Stücken aus Großmutters Eiche-Rustikal-Gelsenkirchener-Barock-Wohnzimmerschrank? Oder gar weil die Tische und Stühle kunterbunt durcheinandergewürfelt? Oder weil frische Wiesenblumen auf den Tischen? Nun, das alles gefällt dem Kreativpublikum, das ins Westend Einzug gehalten hat. Es gefällt aber auch die kleine Karte, denn damit sind die Gerichte frisch. Und weil Frau Li sich auf Asiatisch versteht, sind die Wok- und Reis- und Gemüsegerichte besonders knackig und bunt. Aber es schaffen auch eine Lasagne oder andere Länderspecials auf die Karte. Dazu die angesagte Rhabarber-Schorle (als Kind haben wir doch Rhabarber gehasst … wo kommt denn dieser Trend jetzt wieder her?) und fertig ist der Kreativlunch. Den Geldbeutel darf man halt nicht vergessen, denn die frischen Gerichte von Frau Li haben schon ihren Preis.




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