Schöne Aussicht – Übernachten in Übersee

Übersee. Übersee am Chiemsee. Und natürlich nicht in Amerika. Uaah, der Witz ist so alt.
Im Chiemgau übernachten ist immer ein Abenteuer. Die sog. Sommerfrischler kommen seit über 50 Jahren an den See und doch hat sich rund um den Chiemsee nicht so wirklich eine Infrastruktur entwickelt, die man als übermäßig touristisch nennen könnte. Und schon gar nicht eine moderne Tourismusstruktur. So hat auch das Hotel „Zur schöne Aussicht“ in Übersee schon bessere Zeiten gesehen und die Zeit der letzten Renovierung liegt wohl auch schon weit in den 70ern. Zumindest kann man das vermuten, wenn man im Zimmer in ein Badezimmer tritt, das die volle Farbenpracht der 60er und 70er präsentiert: von dunkelbraun über hellbraun bis ins leichte ocker. Eiche ist die Lieblingsholzart dieser Zeit und so ist die „Schöne Aussicht“ einfach voll davon. Voll auch mit Pferdegeschirren der Kaltblüter, denn der Wirt ist wohl passionierter Trachtler und Kutschenführer. Die schöne Aussicht ist übrigends nicht auf den See, sondern auf die Kampenwand, aber auch die ist schön anzusehen. Für eine Nacht zwischen München und Salzburg geht’s. Besonders weil man bis 24 Uhr einchecken kann, denn bis da spielt die Schafkopf-Runde vor der Küche. Stört also nicht, wenn man spät noch das Zimmer bezieht. Leider gibt’s das Frühstück nicht draußen, sondern im großen Saal, in dem die fünf Tische der wenigen Gäste sich ein wenig verlieren, aber dafür gibt´s kleine Bioäpfel – original verschrumpelt zum mitnehmen.




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