Club-Feeling in London: Das Shoreditch House

Ein Hotel, in dem man sich so exklusiv fühlt, dass nicht jedermann Zutritt hat, das ist jetzt trendy. "Luxusgefühl durch Diskriminierung" könnte man böse sagen. Andere nennen es "Clubatmosphäre". Das Shoreditch House - ein Club, Restaurant und auch Hotel - macht genau das. Es ist klein, exklusiv und gibt seinen Bewohnern das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Da müssen die Zimmer gar nicht vor Luxus sprühen. Allein das Exklusivgefühl beim Einchecken macht ein aussergewöhnliches Interior wett. Und ganz ehrlich: wie kann man sich denn bei der Einrichtung noch weiterhin übertrumpfen? Hat man als Vielreisender nicht ohnehin schon ziemlich viel gesehen und ist nur noch schwer zu beeindrucken? Zugegeben, das Shoredich House liegt im derzeit angesagtesten Stadtteil Londons, der Rooftop-Pool, den man sich im Prospekt ansehen kann (weil im März in London immer noch zu kalt), ist beeindruckend und auch die Tatsache, dass man hier im Schwesterhotel des Soho Berlin zu Hause ist, läßt die Erwartungshaltung hochschnellen.
Erstaunt ist man dann jedoch von dem Understatement. Erstaunt? Ach nein, das ist doch jetzt die neue Attitüde: also der Eingang zum Shoreditch House ist unscheinbar und ganz leicht ist man in der kleinen Seitengasse am Eingang vorbei gegangen. Die Eingangshalle teilt die Gäste in ... Club-Besucher für den 5.Stock (und da gibt es dann auch die Sorte "Stammgäste" und "von Stammgästen Eingeladene") und Hotelbesucher. Zu allen ist man herzallerliebst, obwohl man trotz Vornehmheit der Londoner eine dezente Abstufung zwischen Stamm-, Hotel-, und sonstige Besucher spüren kann.
Die Zimmer sind dann wiederum eine Überraschung. Warm. Herzig. Fast skandinavisch mit weißer Holzverkleidung und warmen Wandfarben. Kleine Zimmer, aber der Raum ist putzig und gut genutzt. Und im Bad wartet eine ganze Armada an Seifen, Cremes, Shower Baths etc., dass man am liebsten sofort in die Dusche springen möchte. Und das Allerbeste: es gibt herrlich guten Tee und Cookies für einen wunderbaren Abend-Tee oder auch Frühstückstee.
Wer Lust auf Gesellschaft hat, fährt hinauf in Club und Restaurant im 5. Stock. Dort kann man sich an der Bar, im Billard-Zimmer oder an zwei lange Tische unter die Londoner Highsociety mischen, gemeinsam mit den jungen Bankern, Kreativen und sonstigen wichtigen Menschen herrlich dampfende Pasta zu essen. Die Speisekarte ist überschaubar, aber nicht dekadent, eher italienisch bodenständig. Passend zum Hipster-Ambiente. (Übrigends: überhall gibt es die Warnung zu lesen, dass striktes Handyverbot und auch Foto-Verbot herrsche ... die junge Elite Londons schert sich aber - leider - gar nicht drum).

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