Authentisch: Portas in Lissabon

Wer sich in Lissabon durch die Rua dos Correeiros geht, der kämpft gegen eine Horde von Obern,
die weiß bekittelt und mit einer bebilderten Speisekarte in fünf Sprachen jeden, der nur irgendwie laufen kann, in sein Restaurant abschleppen will. Ein Spießrutenlauf. Doch ein kleines Restaurant ist davon eine Ausnahme: das Portas: Dies mag wohl daran liegen, dass hier nur Opa und Oma kochen und ein sehr betagter Ober. Dies mag auch daran liegen, dass dieses Restaurant irgendwie die Zeit überdauert hat und heute noch so aussieht, wie in den 50ern, als sie das Lokal eröffnet haben. Warum wir es ausgewählt haben? Nun, man muss schon mit einem Italiener unterwegs sein, der sich nicht scheut, in das hässlichste Restaurant der Stadt zu gehen, nur weil in deren Auslage ein super Stück Fleisch und fünf frische Fische liegen. Italiener lassen sich eben nicht von Schickimicki und Schnickschnack an Dekoration und Ambiente oder gar von fünf-sprachigen Speisekarten beeindrucken, sondern erkennen gutes Fleisch und erkennen, dass wenn wo ehrlich und echt gekocht wird. Und das Portas sollte uns nicht enttäuschen. Wir waren zwar die einzigen Gäste, bekamen aber hervorragende Kotelette mit wunderbaren Bratkartoffeln und eine ganz herrliche Seebrasse gebraten - nur für uns und frischer geht es nicht.

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