So kalt: Nescafe in New York

Wie konnte das nur passieren? Dass ich inmitten von Soho, in einem der authentischsten und witzigsten Ecken von New York, in ein Konzept-Cafe, noch schlimmer, in einen sterilen Coffee-Shop von Nespresso gehe? Die einzige Ausrede, die ich habe ist, dass es draußen in Strömen schüttete und ich froh war, überhaupt irgendwo rein gehen zu können. Außerdem ließ ich mich von den farbenfrohen Sesseln leiten. Ja, das Ganze heißt dann Nespresso Boutique Bar Soho - ein ganz schön dicker Name dafür, dass es dann einfach nur ein paar Tassen Kaffee gibt. Und das auch noch zu Preisen, dass man denkt, man sei tatsächlich in der Schweiz.
Noch schlimmer ist allerdings der betuliche und von oben herab, leicht unterkühlten Service. Obwohl das Cafe quasi leer ist, erwartet man wohl, dass man wegen jedes kleines Mini-Espressos dankbar in die Knie geht und dem "heiligen Nespresso" huldigt. Wer nicht verzückt in ein "Ah" und "Oh" ausbricht, dem zeigt man sofort die kalte Schulter. Ich hätte mir zum Aufwärmen bei dem Regen einfach was gemütlicheres suchen sollen.

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